Schwanensee

Erotisches Märchen-Bilderbuch

Verlag Plaisir d'Amour

Großformat (A 4) ISBN: 3938281545

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Inhalt

 

Schwanensee - das wohl berühmteste Ballett aller Zeiten erzählt die märchenhafte Liebesgeschichte einer in einen Schwan verzauberten Prinzessin, die durch die Liebe eines Prinzen vom Bann eines bösen Zauberers erlöst wird. 1895 wurde das Ballett von P.I. Tschaikowski in der uns heute bekannten Form in St. Petersburg uraufgeführt.


Gemeinsam mit Astrid Martini hat die Fotografin Sabine Schönberger aus der Geschichte um bösen Zauber, falsches Spiel und erlösende Liebe ein ebenso romantisches wie erotisches Bilder- und Märchenbuch für Erwachsene gezaubert.

 

Kleine Einblicke hier - hier - hier und hier

 

Leseprobe

 

Szene1:

Auf einer Lichtung, hinter den Tiefen des Waldes, stand einmal ein Schloss. Es ragte eindrucksvoll vor jedem empor, der die Wälder durchquerte, um den süßen Duft dieser geheimnisvollen Umgebung zu kosten und den Nachtigallen zu lauschen, die hier ihr schönstes Lied sangen. Auf den Stufen des Schlosses stolzierten Pfauen mit schillernden Federn, umspielt von leuchtenden Farben und getragen von der vielstimmigen Musik einer Violinenspielerin, die leicht wie ein Schmetterling umher spazierte, um dem Prinzen, der in diesem Schloss lebte, mit ihrer Musik die Zeit zu versüßen.

Der Prinz war schön. So schön, dass man munkelte, er sei von den Göttern besonders geliebt. Er trug die prächtigsten Gewänder, nahm von morgens bis abends die edelsten Speisen zu sich, und lebte mit der Überzeugung, das Leben bestünde aus nichts, als sinnlichen Zerstreuungen, Vergnügungen, und daraus, den lieben langen Tag bedient und umschwärmt zu werden. Ihm gefiel sein Leben, genauso wie es war. Nie wäre er auf die Idee gekommen, etwas daran zu ändern.

Der Wind erzählt, dass unzählige junge Frauen und Mädchen sehnsüchtig von der Hoffnung träumten, des Prinzen Herz zu erobern, doch keiner einzigen war es jemals gelungen. Die Tränen, die unerlässlich aus ihren Augen flossen, vermochten ihn nicht zu erreichen, gefroren stattdessen zu Raureif, der sich kühl auf ihre rosigen Wangen legte, diese auf tragische Weise bleich zeichnete. Dennoch warteten sie weiterhin ewiglich auf das Fünkchen Licht, das ihre endlosen, einsamen Nächte erhellte und das tiefe Sehnen ihrer Herzen gnädig stimmte.

Zu den täglichen Zerstreuungen des Prinzen gehörten sinnliche Stunden mit der Frau, die so herrliche Melodien auf ihrer Violine zauberte, und genau wusste, was ihm gefiel. Der wundervolle Klang ihres Instrumentes - von so vollkommener Harmonie, das kein Dichter der Welt dies in Worte zu fassen vermochte - umschmeichelte seine Sinne. Ihr makelloser Körper lockte ihn. Schneeweiße Brüste, die sich ihm entgegen streckten, weiche, warme Haut die sich unter seinen Händen so betörend anfühlte, wie Kaskaden aus Seide.

Doch sein Herz konnte auch sie nicht berühren. Seine liebkosenden Hände und Lippen, spielten mit ihr, erkundeten jeden Winkel ihres Körpers, berührten und verführten unendlich süß, was ihr regelmäßig ein verzücktes Seufzen entlockte. Gern ruhte sein tiefer Blick auf ihren leicht geöffneten Lippen, auf dem sanften Schwung ihres Halses … hungrig legte sich sein Mund auf ihre weiblichen Rundungen, an denen er sich im Überfluss satt trank, um seine Gier zu stillen. Und doch wurde er nicht vollends satt, denn, ohne dass er es zu benennen vermochte, gab es etwas, das ihm fehlte. Unsagbar fehlte.

 

Szene 2:

Als er, bewaffnet mit seinem Bogen, dem Flug der Schwäne folgte, drang kein Laut an seine Ohren. Jedoch fühlte er sich wie trunken von den Düften, die ihn auf seinem Weg zum Wald umgaben. Er kämpfte sich durch das Dickicht, und ließen Sträucher und Äste ihn zunächst noch nachgiebig hindurch, verwandelten sie sich urplötzlich in Dornen und Ranken, die ein Durchkommen nur schwer möglich machten.

"Kehre um", flüsterte eine Stimme, die wie ein Echo wiederhallte. "Dies ist dein Verderben", wisperten die Ranken ihm zu. Doch er ließ sich nicht abbringen, warf sich frei von Angst in das Gestrüpp, teilte das Unterholz mit seinem Bogen und kämpfte sich atemlos weiter.

Sein Gesicht brannte von den Hieben der Ranken, seine Kraft begann zu schwinden, aber er gab nicht auf, ignorierte die Warnungen, die ihm wie Peitschen um die Ohren schlugen. Endlich schoben sich die letzten Äste des Dickichts auseinander, und er sah sich einem - vor allen vier Winden von uralten Eichen beschütztem - See gegenüber, in dem rosa und gelb blühende Seerosen wuchsen und eine Schar weißer Schwäne mit schlanken Hälsen ihre Runden drehten.

Den schönsten der Schwäne wollte er haben, und so spannte er seinen Bogen. Doch dann fiel ein samtiger Schatten auf sein Gesicht. Ein leichter Schwindel erfasste ihn … er schloss die Augen. Als er verwundert zu blinzeln begann, sah er den See in allen Spektralfarben leuchten. Ein glitzernder Blumenregen tauchte die Umgebung in gleißendes Licht und statt der Schwäne, sah er sich einem wunderschönen Mädchen gegenüber, mit Haut wie Alabaster und Augen so leuchtend wie Sterne. Sie trug ein weißes Kleid das über und über mit weißen Federn bedeckt war. Ergriffen ließ er den Bogen sinken.